11 Oktober 2012

Liebe - ein Film

Ich hatte vor zwei Tagen die Gnade, den aktuellen Film von Michael Haneke, "Amour -Liebe" sehen zu dürfen und er beschäftigt mich immer noch. Eindrucksvoll - nicht nur die Leistung der Schauspieler, die aber auch sehr. Der Film ist von einer alles durchdringenden Perfektion, Wahnsinn. Da ist alles stimmig, nichts zuviel, nichts zuwenig. Da ist alles schön (auch natürlich im ästhetischen Sinn), die Geschichte ist schön, alles bis ans Ende durchgedacht, alles. Das Wort "Perfektion" ist schon in den Rezensionen vorgekommen - ich konnte nur bedingt was damit anfangen (ist nicht jeder gute Film perfekt? Technisch ohnehin, auch vom Buch, vom Arrangement?) In dieser Massivität habe ich es aber noch nie erlebt - gespürt. Aber es stört nicht, ist dadurch nicht leblos, im Gegenteil.
Abgesehen auch von der emotionalen Ebene - die baut sich auf, verstärkt sich ganz subtil bis hin zum Ende, auch dieses Instrument spielt Haneke fulminant, ist die Thematik natürlich auch nicht ohne. Der Film hat mich mitgerissen, unbestreitbar, wie eine große, große Welle.
Ein Film fürs Lehrbuch für Filmschaffende, wenn es sowas gibt. Ein Film für den Kanon. Die Kulmination des europäischen Autorenkinos!
Die Angst vor dem Sterben ist allgegenwärtig.