16 Juli 2010

So was tut man doch nicht!

Menschen werden erzogen, sozialisiert und sie bekommen im Laufe des Heranwachsens Umgangsformen angeeignet und einen Grundbegriff für die Prinzipen des menschlichen Zusammenlebens und des Umgangs miteinander. Dazu sollten gegenseitige Achtung und Respekt gehören und die Tatsache, dass man mit den anderes so umgeht, wie man es erwarten wollte, dass mit einem selbst umgegangen wird.
Wenn dann jemand doch dagegen handelt, sagt man "das tut man doch nicht, das gehört sich nicht!" und es gibt im Normalfall sozial und gesellschaftlich verhängte Konsequenzen.
So weit die Theorie.
Aber es zeigt sich in einem aktuellen Fall, dass es nicht immer so ist. Da wird eine gut integrierte Familie (Mutter, drei Kinder - eine Tochter volljährig und im Blickpunkt der Öffentlichkeit), die neun (!) Jahre in Österreich gelebt hat, und also bereits als so etwas wie die Zukunft des Landes betrachtet werden sollten, gnadenlos und stumpfsinnig des Landes verwiesen. In ein Land, das ihnen weitgehend fremd ist und ihnen keine Existenzmöglichkeit bietet. Dass dies nur ein bekannter Einzelfall ist unter vielen ähnlich gelagerten Fällen, von denen man nur wenig hört, macht das Ganze nur noch schlimmer.
Können sich die Verantwortlichen denn bitte mal in die Situation dieser Familien hineinversetzen! Das ist doch ein Wahnsinn, was da passiert.
Denn niemand kann erzählen, dass es mit ein wenig politischem und persönlichen Willen nicht möglich gewesen wäre, eine gütliche Regelung zu finden.
"Das tut man doch nicht", das spottet allen demokratischen Prinzipien, allen Menschenrechten, die hehr formuliert in Verfassungsrang stehen und, wenn man noch will, allen katholischen Werten, deren sich Österreich doch rühmt - Mitmenschlichkeit, Gerechtigkeit und wie die Schlagwörter alle heißen mögen.
Die ganze Geschichte erinnert mich an einen Ozeandampfer mitten im Pazifik, darauf genug Platz und genug zu essen. Aber ein Passagier macht einen blöden Schmäh und wird sofort auf ein Floß aus Holz gesetzt, ohne Proviant. Alleingelassen im Ozean. Er wird schon eine Insel finden, in 1000 oder 2000 Seemeilen.
Das tut man doch nicht!
Ich fordere Menschlichkeit!